Dieser großartige Roman der samischen Autorin und Umweltwissenschaftlerin Inkeri Markkula widmet sich drei großen Themen: den Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis – konkret das Schmelzen der Gletscher – , der Zwangsassimilation der samischen Bevölkerung in Finnland und der Zwangsadoption in Kanada – ein dunkles und eher nicht ganz so bekanntes Kapitel des Landes.
Schwere Themen, aber der Autorin gelingt es mit leichter Hand, diese empathisch und bildgewaltig mit der persönlichen Geschichte der beiden Hauptfiguren zu verweben.
Die samische Glaziologin Unni und der Däne Jon, der eigentlich aus Kanada stammt und Inuk ist, begegnen sich bei einer Forschungsexpedition in Kanada in den frühen 2000er Jahren. Sie verlieben sich, und sie verlieren sich wieder. Von dort springt der Roman immer wieder zurück in die Vergangenheit und taucht ein in die Lebensgeschichte der beiden. Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, erfahren wir von Unni, die als Kind nach dem Umzug nach Helsinki schikaniert und ausgegrenzt wird aufgrund ihrer indigenen Wurzeln. Und von Jon, der als Säugling von einem dänischen Paar adoptiert wurde, was er erst als junger Erwachsener erfährt und dann beschließt, sich auf die Suche nach seiner wahren Herkunft zu machen.
„Wo das Eis niemals schmilzt“ ist ein informativer und fesselnder Roman über die Suche nach den eigenen Wurzeln und Werten. Ein absoluter Pageturner, der auch dazu anregt, über die Konsequenzen des eigenen Handelns nachzudenken.