„Du redest wie ein Wasserfall, ich rede wie ein Stausee“, so bringt es David Hugendick, wie ich finde, einer der sprachmächtigsten Literaturkritiker im deutschsprachigen Raum und selbst Stotterer, auf den Punkt: bei ihm stauen sich die Wörter an, Buchstaben können sadistische Kombinationen bilden und ihn hinterrücks überfallen, die Niederlagen können verheerend sein. 1 % der Deutschen sind Stotterer, mit ihnen lässt sich eine Stadt von der Größe Frankfurts bauen, in der die Theateraufführungen 7 Stunden dauern. David Hugendick entwickelt selbstverständlich Strategien, wird zum Synonymakrobaten, zieht Stunts im Kopf ab, um „einigermaßen unfallfrei zu fragen, ob dieser Platz noch frei (nicht besetzt, verfügbar, unreserviert, erhältlich, vorrätig, lieferbar) ist“ und so fort, er wird ein König der Improvisation. Wie man einem Stotterer begegnet? Auch dazu gibt der Autor Empfehlungen und hat eine Warnung parat: „Ich möchte lieber an einer Ampel an einer Berliner Ausfallstraße lecken, als daß jemand meinen Satz zu Ende spricht.“ Sie ahnen es schon: Warum ein Buch über das Stottern lesen? Weil es so gut geschrieben ist!
Über das Stottern
- David Hugendick
- Gebunden
- 21,99 €
- ISBN: 9783550204302
- Martin Hungenbach, Sachbuch
- Jetzt sag doch endlich was!