„Ich lasse sie glauben, mein Name sei Vis Telimus. Ich lasse sie glauben, ich sei nach einem tragischen Unfall vor drei Jahren verwaist und nur durch reines Glück an ihrer angesehensten Schule angenommen worden. Ich lasse sie glauben, ich würde nach meinem Abschluss bereitwillig der zivilisierten Gesellschaft beitreten und meinen Willen abgeben, wie es bereits Millionen vor mir getan haben. Ich lasse sie glauben, ich gehöre dazu – und sie glauben mir.“
Der Protagonist Vis lebt nach einem großen Schicksalsschlag inkognito in der Catenischen Republik, die stark an das Römische Reich erinnert. Die Gesellschaft basiert auf einem Pyramidensystem, in der wenige, wohlhabende Leute Macht über den Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung ausüben – wortwörtlich. Je höher ein Mensch in diesem System aufsteigt, desto mehr Willen anderer Leute der Ränge unter ihm, stehen ihm zur freien Verfügung und verleiht ihm übermenschliche Kräfte. Leider bedarf es allerdings nicht nur Fleiß und harter Arbeit, um einen hohen Rang zu besetzen, sondern vor allem Kontakte und Wohlstand. Dieses System verabscheuend verfolgt Vis seine ganz eigenen Pläne. Dabei gerät er allerdings zwischen die Fronten vieler einflussreicher Männer. und muss mehr als nur höllisch aufpassen, damit seine perfekte Tarnung keine Risse bekommt..
Mit „The Will of the Many“ reiht sich James Islington mühelos in die Reihen der ganz großen Fantasy-Autoren ein. Politische Intrigen, ein komplexes Worldbuilding und Magiesystem, sowie unfassbar liebenswerte aber dennoch undurchschaubare Charaktere, machen dieses Buch zu einem der besten Fantasy Bücher unserer Zeit. Klare Empfehlung für alle, die gerne in spannende Welten eintauchen und sich von den knapp 800 Seiten nicht einschüchtern lassen. Es lohnt sich.