Mädchen allein zu zweit

Issa und Grace sind beste Freundinnen. Beide sind Töchter alleinerziehender Mütter und bekommen keine finanzielle Unterstützung von ihren Vätern. Deshalb kennen sie es gut, mit wenig Geld auszukommen. Das unterscheidet sie von vielen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, die aus wohlhabenderen Familien kommen. Als Graces Brüste so groß werden, dass sie starke Rückenprobleme bekommt und sich so sehr schämt, dass sie nicht mehr zur Schule geht, versucht Issa alles, um das Geld für eine Brustverkleinerung aufzutreiben. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht und auch Graces Mutter ist keine große Hilfe. Doch während Issa versucht, ihre Freundin zu unterstützen, kämpft sie selbst mit Problemen zu Hause und in der Schule.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Besonders beeindruckt hat mich, wie deutlich gezeigt wird, welche Verantwortung die beiden Mädchen schon in jungen Jahren übernehmen müssen. Sie wünschen sich ein besseres Leben als ihre Mütter, die trotz harter Arbeit kaum über die Runden kommen. Auch die Belastung der alleinerziehenden Mütter wird sehr ehrlich dargestellt. Der Roman zeigt außerdem, wie stark soziale Unterschiede den Alltag beeinflussen können und dass Menschen mit mehr Geld oft auch mehr Möglichkeiten haben. Besonders gut fand ich, wie Daniela Dröscher beschreibt, dass Issa und Grace trotz schwieriger Bedingungen für ihre Zukunft und ihre Träume kämpfen und man merkt wie wichtig den beiden Bildung ist. Mädchen allein zu zweit ist ein berührender und starker Roman über Freundschaft, Mut, soziale Ungleichheit und das Erwachsenwerden. Eine Empfehlung für Jugendliche ab 14 Jahren.

Sarina Holtrup

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