Im Januar war Kinostart von „Hamnet“ – ein großartiger und sehr berührender Film, der in 8 Kategorien für den Oscar nominiert ist. Genau der richtige Zeitpunkt, um noch einmal auf die literarische Vorlage hinzuweisen: Den Roman „Judith und Hamnet“, für den die irisch-britische Autorin Maggie O’Farrell 2020 unter anderem mit dem Women’s Prize for Fiction ausgezeichnet wurde. Die Autorin entdeckt darin William Shakespeare, den wohl bedeutendsten Dramatiker aller Zeiten, völlig neu – als Liebenden und Geliebten, und als Vater dreier Kinder. Sie erzählt von Shakespeare aus der Sicht der selbstbewussten, mutigen, zärtlichen Agnes, deren Faszination er von Anfang an erliegt und die er gegen den Willen seines dominanten Vaters heiratet. Vierzehn Jahre später haben sie drei Kinder – Susanna, die Älteste, und die Zwillinge Judith und Hamnet. Das Glück könnte perfekt sein, doch obwohl Shakespeare Agnes und seine Kinder abgöttisch liebt, ist er doch ein Getriebener, den es aus dem Dorf in die Stadt zieht. Er muss schreiben, Theater spielen, unter Menschen sein. Agnes spürt das und lässt ihn ziehen, akzeptiert schweren Herzens, dass ihr Mann den Großteil der Zeit in London verbringt und nur auf Stippvisite nach Hause kommt. Dann plötzlich kommt es zur Katastrophe: Im Sommer der Jahres 1596 erreicht die Pest Stratford-upon-Avon und macht auch vor Shakespeares Familie nicht halt. Vier Jahre später entsteht aus der Feder William Shakespeares eine seiner berühmtesten Tragödien, die er nach seinem Sohn benennen wird…
Ein sehr bewegender Historienroman, spannend und lebendig geschrieben – ein Genuss für alle, die ein Faible für Theater, mittelalterliche Settings und England haben. Bei uns im Worthaus auch im englischsprachigen Original erhältlich!