Fundamentalös

Wie kümmert sich der deutsche Staat um seine Bürger, die zu Terroristen wurden und im Ausland in Gefängnissen auf ihren Prozess warten? Zuletzt zu Hunderten von den Amerikanern aus den syrischen Gefängnissen überführt in den Irak, wo Ihnen die Todesstrafe droht? Probleme holt die deutsche Regierung sich lieber nicht ins Haus und läßt die Menschenrechte sausen: Darum geht es in „Fundamentalös“, überträgt man den fiktiven Fall einer britischen UNO-Angestellten auf deutsche Verhältnisse: Nadia, junge Erwachsene, UNO-Mitarbeiterin aus England mit Helfersyndrom und zerrüttetem Verhältnis zu ihren Eltern, bricht auf in den Irak, wo Sie auf ihresgleichen trifft. Der Wille, eine als ungerecht empfundene Situation im Falle einer dort inhaftierten Londonerin zu verändern, treibt die Erzählerin, die selbst als Muslima in England aufwuchs, um, ebnet ihr den Ausweg aus starrer Betroffenheit und führt zu diskutablen Konsequenzen. Jung, frech, politisch, autofiktional.

Martin Hungenbach

Martin ist der Inhaber des Worthauses. Er studierte Philosophie, Germanistik, Sozialwissenschaften, ist gelernter Buchhändler und das lebt er mit ganzem Herzen. Kaum ein Buch, über das er nichts zu sagen weiß ...

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