Ava und ihre kleine Schwester Linn leben mit ihrem Vater am Rande eines dunklen Waldes. Ihre Mutter ist schon lange tot und die Familie lebt in Armut, oft ohne genug zu essen. Eines Tages beschließt ihr Vater, mit den Mädchen in die Stadt zu gehen, um dort ein besseres Leben zu finden und Geld zu verdienen. Dafür führt er sie durch den dunklen Wald, den sie bisher strengstens nicht betreten durften. Schon der Weg dorthin wirkt unheimlich und geheimnisvoll. Als die Schwestern am nächsten Morgen aufwachen, ist ihr Vater plötzlich verschwunden. Allein im Wald machen sie sich auf die Suche nach ihm und stoßen dabei auf eine Hütte mitten im Wald. Dort lebt die blinde Nebula, die ihnen Schutz und Obdach bietet. In der Hütte leben noch weitere Kinder, die alle von Nebula aufgenommen wurden. Doch mit der Zeit kommen Zweifel auf, ob sie wirklich so hilfsbereit ist, wie sie scheint.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, vor allem durch den märchenhaften Stil. Gleichzeitig ist sie aber auch ziemlich düster und teilweise richtig unheimlich, was die Spannung erhöht. Besonders die Atmosphäre im Wald ist sehr stark beschrieben, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Der Schreibstil ist lebendig und bildhaft und lässt sich sehr flüssig lesen. Besonders gut gefallen hat mir, dass Themen wie Familie, Zusammenhalt und Mut im Mittelpunkt stehen. Auch die Beziehung zwischen den Schwestern ist sehr schön dargestellt. Insgesamt ist es ein spannendes Buch. Eine klare Empfehlung für Leserinnen und Leser ab 12 Jahren.