Die in Maine geborene Pulitzerpreisträgerin gehört zu den großen amerikanischen Erzählstimmen der Gegenwart.
In ihrem neuen Roman „Erzähl mir alles“ kehrt sie zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine und zu ihren altbekannten Held:innen Lucy, William, Bob und Olive:
Bob, teilpensionierter Anwalt, in 2. Ehe mit der Pastorin Margaret verheiratet;
Lucy, Schriftstellerin, zu Beginn der Pandemie mit ihrem Ex-Mann William von New York nach Crosby gezogen;
Olive, 90jährige pensionierte Lehrerin, lebt im Altenheim und hat viel zu erzählen.
Das ist auch das Thema des Romans, um das alles kreist: Erzählen und Zuhören.
Denn wenn es eine Botschaft gibt, die Strout uns übermitteln möchte, dann ist es diese: Jeder Mensch hat seine ganz eigene Geschichte, die es lohnt, erzählt und gehört zu werden.
Es gibt durchaus auch einen vordergründigen Handlungsstrang – eine alte Frau, die spurlos aus ihrem Haus verschwindet – und auch das ist interessant zu lesen, aber das Wichtigste und Eindringlichste sind eher all die eingestreuten Lebensgeschichten, der Gedankenaustausch der liebevoll beschriebenen Charaktere und auch das treffend gezeichnete Porträt der heutigen USA.
Das alles gelingt Elizabeth Strout mit unaufgeregter Sprache und leiser Ironie – ein Genuss zu lesen, auch wenn man ihre Vorgänger-Bücher nicht kennt.