Das Spiel

Früher gab es Hinrichtungen zur Unterhaltung, heute gibt es Reality-TV.

Das Spiel ist eine Reality-TV-Show, die in einer Villa mitten in der Wüste stattfindet. Die Teilnehmer werden rund um die Uhr überwacht und die Regeln sind klar: Es gibt zehn Frauen und zehn Männer. Jeden Morgen müssen die Teilnehmer neben einem Partner des anderen Geschlechts aufwachen, sonst scheiden sie aus. Gewalt ist zunächst verboten und auch über das Leben außerhalb der Villa darf nicht gesprochen werden, zumindest bis nur noch die Top 5 übrig sind. Durch Gruppenchallenges können sich die Teilnehmer Vorteile für das Leben in der Villa erspielen. Zusätzlich gibt es persönliche Challenges, über die nicht gesprochen werden darf, bei denen sie Luxusartikel gewinnen können. Am Ende darf sich der Gewinner alles wünschen und sogar so lange in der Villa bleiben, wie er möchte. Wir begleiten Lilly, Anfang 20, die fest entschlossen ist zu gewinnen und alles dafür zu tun.

Der Roman zeigt deutlich den Voyeurismus unserer Gesellschaft. Anfangs gilt ein striktes Gewaltverbot, doch als die Zuschauerzahlen sinken, werden die Regeln immer weiter gelockert. Unter den Top 5 ist schließlich fast alles erlaubt, solange niemand stirbt. Das Buch ist sehr fesselnd und lässt sich kaum aus der Hand legen. Es wirkt teilweise absurd, ist aber gleichzeitig erschreckend nah an der Realität des Trash-TV, das wir kennen. Gleichzeitig kritisiert es die Gesellschaft und zeigt, wie weit Menschen für Konsum, Aufmerksamkeit und materielle Wünsche gehen würden. Insgesamt ist es ein spannender und gleichzeitig nachdenklich stimmender Roman, der die dunklen Seiten unserer Unterhaltungswelt aufzeigt.

Sarina Holtrup

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