Die Routinen

Ein Roman, der von der Leistungssportlerin Amit und ihren Routinen als hochklassige Turnerin handelt: Drill („Obwohl ich diesen Abend nichts aß, wog ich am nächsten Morgen wieder ein paar Gramm mehr“), Doping, und soziale Kälte gegenüber den Mitstreiterinnen („Anerkennung ist eine entfernte Umarmung“) sind an der Tagesordnung. Als sich eine jüngere Konkurrentin bei der EM verletzt, sieht Amit ihre eigene Geschichte an ihr gespiegelt. Ein Roman über den Sport und die Selbstoptimierung, in eine außergewöhnliche Form gegossen, die Kritiker David Hugendick einen „protokollarischen Reigen, der selbst die Form einer Turnübung annimmt“, genannt hat. Einer Turnübung, die gelingt, da alles an seinem gut choreografierten Platz steht. Zur Anordnung des Romans passt, daß in essayistischen Einschüben die Schicksale berühmter Kunstturnerinnen der Vergangenheit mit Amits Geschichte verwoben werden: Von den Abgründen olympischer Erfolge lesen wir bei Nadia Comaneci (Montreal 1976), Karen Strug (Atlanta 1996) und Simone Biles (Tokio 2021), die schließlich ihre Betreuer vor Gericht brachte zur Verantwortung ihrer Mißbrauchstaten. Dies ist der erste Roman der Kölnerin, er wurde nominiert zum Debütpreis der LitCologne.

Martin Hungenbach

Martin ist der Inhaber des Worthauses. Er studierte Philosophie, Germanistik, Sozialwissenschaften, ist gelernter Buchhändler und das lebt er mit ganzem Herzen. Kaum ein Buch, über das er nichts zu sagen weiß ...

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